Jenseits des Himalaya


Dr. Murdo MacDonald-Bayne
Dr. Murdo MacDonald-Bayne

Er weiß nicht, was seine wirkliche Aufgabe in dieser Welt ist, bis ihm eines Nachts ein mysteriöser Besucher erscheint und ihm sagt, dass nun die Zeit gekommen sei, sich ihm zu erkennen zu geben - er führt ihn in den Himalaya, nach Tibet, wo er bezüglich seiner wirklichen Aufgabe unterrichtet wird. In den verborgenen Nischen der majestätischen, schneebedeckten Berge, wo die Atmosphäre so klar ist und die Schwingungen so rein sind, dass der Himmel sich der Erde öffnet, wird er angeleitet, was zu tun ist und wohin er gehen muss. Während dieser Zeit wird er Augenzeuge derart wundervoller, geistiger Manifestationen, dass es keinem Autor je gelänge sie zu beschreiben - es sei denn einem großartigen Autor wie Murdo MacDonald-Bayne, der all das wirklich erlebt hat und 1937 als Heiler in die Welt zurückkehrt.

Leseprobe Kapitel 1

Leseprobe

[Ich wusste], dass er eine lange Zeit bei mir gewesen sein musste, weil sich mein Leben für ihn wie ein offenes Buch las und es vollkommen überflüssig war ihm zu erzählen, wo ich gewesen war. Ich wünschte in jenem Moment am meisten ihm mitzuteilen, was ich wusste. Deshalb begann ich einen Diskurs über Philosophie und höhere Metaphysik. Ich fuhr so eine Zeit lang fort (ich kann Ihnen nicht sagen wie lange, da die Zeit zu verschwinden schien) und er hörte mir sehr ruhig zu. Ich dachte, dass ich Eindruck gemacht hätte oder dass ich wenigstens seines Interesses wert wäre. Dann äußerte er folgende Worte:

   „Mein Sohn, es macht nicht besonders viel aus, ob es wahr ist oder nicht, oder?“

   Wenn man mich mit einem Vorschlaghammer geschlagen hätte, wäre ich wohl kaum benommener gewesen. Dann hörte ich ihn sagen:

   "Ich werde dich morgen sehen, mein Sohn, und für deine Reise wird alles arrangiert. Für alles wird gesorgt.“

   Dann drehte er sich um, ging den Pfad hinunter und ließ mich vollkommen leer zurück – das ist es, was ich war, leer!

   Ich dachte gründlich über das nach, was er mit jenen wenigen Worten gesagt hatte, und es veränderte mich vollkommen. Ich konnte nun erkennen, dass alles, was ich besessen hatte, ein Produkt meiner Denkweise gewesen war. Ich hatte das Größte in meinem Leben verpasst – die lebendige Gegenwart. Was ich besaß, waren bloß Worte, Ideen und Bilder. Was für ein Narr ich all die Jahre gewesen war!

   Und wie dankbar ich für diese wenigen Worte war! Ich wusste, dass ich letztlich finden würde, wonach ich suchte.

   Am folgenden Tag kam er zeitig mit einem zufriedenen Lächeln zu mir und sagte:

   „Mein Sohn, wie ich sehen kann, hast du deine erste Lektion jener Wahrheit erfahren, die die Menschen befreit. Du warst gebunden, doch nun sehe ich, dass du begonnen hast dich zu befreien.“

   „Aber“, sagte ich, „du hast es getan!“

   „Oh, nein“, sagte er, „meine Worte hätten es nicht tun können, wenn du nicht bereit gewesen wärest sie zu empfangen.“

   Dann sagte er: „Du wirst diesen Ort heute in einer Woche mit dem Eintreffen deines Reisepasses verlassen. Ich möchte, dass du durch den Dschungel gehst und dann weiter entlang des Flusses Teesta durch Sikkim bis nach Gangtok; ich will, dass du auch den Urwald kennenlernst. Von Gangtok aus wirst du den Natula Pass nach Yatung nehmen, der ersten Stadt in Tibet. Dann wirst du wei­tere Anweisungen von mir erhalten.“

   Diese Woche in Kalimpong verbrachte ich sehr glücklich und ich empfand eine freudige Vorahnung. Nur noch einmal sollte ich ihn vor meinem Aufbruch sehen und ich war entschlossen, ihm eine Frage zu stellen.

   Ich fragte ihn: „Es war für mich immer schwierig zu meditieren und ich habe herausgefunden, dass es anderen auch so geht. Kannst du mir in irgendeiner Art sagen, wie ich meditieren sollte?“

   Er sagte: „Das Wie ist ein komplexes Problem. Irgendeinem System zu folgen, sei es östlich oder westlich, ist keine Meditation. Folgst du einem System, dann formst du dein Denken bezüglich eines jeweiligen Musters, und das ist es, was du vermeiden willst.“

   Ich sagte: „Ich weiß, dass es eine Menge Unsinn gibt, der von Menschen gelehrt wird, die wenig oder gar nichts vom Meditieren wissen.“

   „Ja, mein Sohn“, sagte er. „Das ist wahr, nur allzu wahr, und du bist einer von denen, die versucht haben diesen Unsinn zu lehren.“

   Seine Bemerkung verletzte mich nicht, weil ich wusste, wie zutreffend sie war.

   Dann sagte er: „Wenn du deine Denkweise konditionierst, kannst du nicht frei sein; die Meditation muss zur Freiheit führen, denn nur der freie Geist kann die Wahrheit enthüllen. Wenn du die Arbeitsweise deines Denkens verstehst, was dir in den vor uns liegenden Monaten gelingen wird, wirst du größere Freiheit gewinnen.“

   (Monate? Ich war erstaunt, dass er von Monaten sprach! Aber tatsächlich dauerte es viele Monate bis ich fortging, und ich hätte jenseits des Himalaya viele weitere Monate bleiben können.)

   Während ich nachdachte, schien er inne zu halten und meinen Gedanken zu lauschen, und mit einem Mal realisierte ich, dass er sie kannte.

   Er lächelte und sagte: (Klicken Sie hier zum Weiterlesen)

"Das Yoga des Christus" (mehr) ist die Fortsetzung von "Jenseits des Himalaya". Hier beschreibt er die Zeit mit seinem "Freund" und dessen Lehre im Detail, wie es ihm der Einsiedler von Ling-Shi-La in den Bergen versprochen hatte.

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