Buchtips 5


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Aus diesem Buch zitiert Patrick Diemling in seiner Disseration
Aus diesem Buch zitiert Patrick Diemling in seiner Disseration

In einer spannend zu lesenden Dissertation, die bei der Universität Potsdam veröffentlicht wird, beschäftigt sich Patrick Diemling mit Neuoffenbarungen. Der genaue Titel seiner Dissertation lautet: „Neuoffenbarungen – Religionswissenschaftliche Perspektiven auf Texte und Medien des 19. und 20. Jahrhunderts“. (ISBN 978-3869562094)

In diesem 394 Seiten starken Werk erwähnt der aus der ARD-Serie "Donna Leon" bekannte Schauspieler den Schotten Murdo MacDonald-Bayne erstmals auf Seite 175, wobei er ihn in einer komparatistischen Darstellung (Teil B) zu den Neuoffenbarern zählt. 


Das "romanartige Werk"
Das "romanartige Werk"

Anders als in der anglophonen Welt, so schreibt er, seien seine Offenbarungen in Deutschland kaum bekannt. Weiter heißt es, Murdo MacDonald-Bayne berichte in seinem „romanartigen Werk“ Jenseits des Himalaya (siehe links) von seinen Reisen nach Tibet, wo er die Fähigkeit, Jesus durch sich sprechen zu lassen, erlernt haben wolle – woraus schließlich in einer Überschattung durch das Christusbewusstsein unter der Zeugenschaft von Zuhörern sein Werk Göttliche Heilung von Seele und Leib (siehe oben) resultiert sei. Murdo MacDonald-Bayne sei während seiner Kundgaben nicht in Trance gewesen, sondern habe diese voll bewusst erfahren. Zur Erläuterung dessen, dass sich Christus daher auf ihn (Murdo MacDonald-Bayne) nur als Mittler bezieht, führt Patrick Diemling aus Rede 2 den 71. Absatz (hier auf Deutsch) als Zitat an:

„ […] Das ist so, weil Mein Bewusstsein in diesem Augenblick eins mit seinem Bewusstsein ist. Das Bewusstsein unseres geliebten Bruders ist ein und dasselbe mit Meinem in diesem Augenblick, da Ich ihn überschatte.“

Außerdem führt Patrick Diemling Rede 4, Absatz 41 an: „ […] Mein Bewusstsein überschattet seines, geradeso wie ein stärkeres Licht ein schwächeres überschattet, doch dieselbe Lichtquelle leuchtet in uns beiden.“

ISBN 978-3631613672 und

ISBN 978-3639018363

Patrick Diemling hat bereits zwei andere sehr interessante Bücher geschrieben, eines mit dem Titel "Und was machst du später damit? Berufsperspektiven für Religionswissenschaftler und Absolventen anderer Kleiner Fächer", das andere auf Englisch, namens "Is Reincarnation Compatible With The Christian Faith?: A Survey through Christian Theology"


Des weiteren führt er in Klammern und mit Fragezeichen aus, dass sich am Ende jeder der vierzehn Kundgaben „(fiktive?)“ Augenzeugenberichte des Überschattungsvorganges befinden, wozu er beispielhaft das Ende der dritten Rede anführt: „(Anmerkung des Schreibers: Alle fühlten eine große Kraft. Die Halle erleuchtete ein Licht, das nicht irdisch war. Des Meisters Antlitz wurde deutlich sichtbar inmitten eines strahlenden Lichts, das des Bruders Gesicht überschattete. Dann verließ uns der Meister, und man sah den Bruder an dem Platz stehen, wo der Meister ihn überschattet hatte.“

Auf Seite 238 stellt er Murdo MacDonald-Bayne im Kreise zweier Männer und drei Frauen wiederum als Neuoffenbarer vor, dessen Texte in seiner Dissertation „punktuell zum Vergleich mit den theologischen Topoi eines Buches des wahren Lebens herangezogen werden.“ Die beiden Männer, die er anführt, sind Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber, die drei Frauen Bertha Dudde, Johanna Hentzschel und Renate Triebfürst.


Patrick Diemling schreibt auf Seite 247, dass in den Offenbarungen Murdo MacDonald-Baynes stets betont werde, dass seine Worte nur Hinweise auf etwas seien, das mit Worten nicht auszudrücken sei, das nur erfahren werden könne. Dabei zitiert er wiederum aus der dritten Rede, Absatz 90: „ […] Worte vermögen nur unvollkommen geistige Wahrheiten auszudrücken. [...]“ und verweist auf ähnliche Aussagen in Rede 2, Absatz 8 und 15. Er zitiert (hier wiederum auf Deutsch statt Englisch) aus einer Rede, nämlich aus Rede 7, Absatz 59, wo es heißt: „Wenn ihr die Heilige Schrift oder irgendein inspiriertes Werk lest und besonders diese Worte, die Ich zum Zweck eurer Meditation gegeben habe: Sucht den Geist hinter dem Wort. Es ist nicht der Buchstabe oder das Wort, das ihr suchen müsst, sondern verweilt darauf, denkt tief nach und Ich werde eich erleuchten, ich werde seine Wahrheit in euch zum Ausdruck bringen.“ Auf inhaltlich ähnliche Stellen (Rede 7, Absätze 58, 60 und Rede 14, Absatz 100) wird in den Fußnoten hingewiesen.

Weiterhin zitiert er in seiner Dissertation noch einmal aus der zweiten Rede, Absatz 8 und 15: „ […] Sie (Worte) sind völlig unzulänglich, um geistige Wahrheiten zu übermitteln, doch wenn ihr euch dem Geist in euch öffnet, werdet ihr erkennen, dass es wahr ist, was Ich gesagt habe. […] Mit Worten kann Ich euch nicht vermitteln, was Ich sehe und weiß, doch in euch selbst ist der Geist, der euch erleuchten wird. [...]“

Schließlich führt Patrick Diemling ein Zitat aus der zehnten Rede, Absatz 10 an: „ […] Vorstellungen sind nicht die Wahrheit, Glaubensformen sind nicht die Wahrheit – die Wahrheit ist jenseits von diesen allen.“