Filmtips 1


Sir Nicky - Held wider Willen

Maidenhead, GROSSBRITANNIEN: 1988 entdeckt seine Frau auf dem Dachboden ihres Hauses Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass ihr Mann 669 Kindern das Leben gerettet hat.

Nicholas Winton, geboren am 19. Mai 1909, arbeitet 1938 in London als Broker. Statt Ski fahren zu gehen, verbringt er Weihnachten in Prag und bekommt mit, wie Menschen, die vor den Nazis flüchten, in die Stadt drängen. Er versucht vor Ort zu helfen und auch nach seiner Rückkehr nach London.

Von dort aus gelingt es ihm, die Ausreise von wenigstens 669 Kindern zu organisieren, die Prag in Zügen und in Richtung England zu ihren Adoptiveltern verlassen, wofür in jedem einzelnen Fall ein enormer bürokratischer und finanzieller Aufwand betrieben werden muss. Eine Begebenheit, die lange verborgen blieb und kaum das Licht der Welt


gesehen hätte, wenn nicht 1988 seine Frau auf dem Dachboden gestöbert hätte. Nicholas Winton selbst hatte bis dahin mit niemandem über seine Tat gesprochen, sondern war vielmehr für sein soziales Engagement für alte Menschen aufgefallen, wofür er mit dem Order of the British Empire geehrt worden war. Seine Frau geht mit den gefundenen Unterlagen vorsichtig an die Öffentlichkeit. Die meisten der damals Geretteten Kinder wussten selbst nichts von Nicholas Winton und schrieben ihre Rettung höheren Instanzen wie dem Roten Kreuz zu.

Heute ist Nicholas Winton 106 Jahre alt und es verdanken ihm mehr als 6000 Menschen ihr Leben. Beeindruckend beleuchtet der Film die Biographien "seiner Nachkommen", die ihm in ihrem Wirken tatsächlich nachkommen und eine wunderbare Gemeinschaft gegründet haben. Ein Film, der eindrucksvoll die Macht des Guten aufzeigt und in jeden Geschichtsunterricht gehört!


Auf den Spuren von David Livingstone

Auf den Spuren von David Livingstone
Auf den Spuren von David Livingstone

Wenn Sie sich einmal richtig entspannen wollen, dann empfehle ich Ihnen den Dokumentarfilm „Auf den Spuren von David Livingstone“, den Sie zum Beispiel bei Youtube ansehen können. Machen Sie sich vielleicht einen Tee, lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich überraschen! Besondere Vorkenntnisse brauchen Sie nicht.
Der Autor nimmt sie mit auf den legendären Fluss mit dem schönen Namen Sambesi, auf dem auch schon Murdo MacDonald-Bayne Afrika erforschte. Selten habe ich einen Film gesehen, der in Bildern derart liebevoll Land und Leute eingefangen hat. Und welch besondere und einfache Menschen einem dabei in diesem Film begegnen!
Die Reise beginnt in Mosambik und der Film zeigt zunächst Kinder am Sambesi-Delta. Er erzählt von den Menschen, die dort leben und von den ehemals 32 Booten, die es dort gab. Flussaufwärts begegnen uns Fischer, Fährmänner, Radfahrer und wir gelangen an einen Stausee, der den Menschen zum Segen gereicht. Im Dreiländereck Mosambik, Sambia und Simbabwe lernen wir Händler kennen, die an ihren jeweiligen Handelsorten wie selbstverständlich drei Sprachen sprechen: Portugisisch, Französisch und Englisch. Und selbstverständlich kommen auch die Tiere nicht zu kurz. Mit Wildhütern geht es zu Nilpferden, Elefanten und Büffeln.
Gegen Ende des Filmes geht es in der sambischen Hauptstadt Livingstone in einer Schule um die kritische Betrachtung des Wirkens Livingstones im Unterricht - in Bildern eingefangen und wohl moderiert, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Ein Film mit durchweg faszinierenden Bildern und freundlichen Menschen, so dass diese 52 Minuten wirklich entspannen und derart wie im Fluge vergehen, dass man gleich wieder fliegen will!

Auf Youtube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=YfeX-ecmdOw

Im Buch, das von seiner Tibetreise im Jahre 1936 berichtet, schreibt der Heiler Murdo MacDonald-Bayne: "Ich legte denselben Weg zurück wie Livingstone und Stanley und erforschte den Sambesi oberhalb der mächtigen Victoriafälle. Ich studierte die Ruinen des alten Ägypten und bereiste die meisten Orte in Europa, außerdem besuchte ich Australien, Neuseeland und die Inseln des Südpazifiks. Ich reiste an die vier Enden der Erde und befuhr die sieben Meere. Ich heilte und lehrte auf der ganzen Welt und wurde sehr bekannt auf den vier Kontinenten, doch das größte Abenteuer meines Lebens hatte noch nicht begonnen – meine Reise in das verbotene Land des geheimnisvollen Tibet, zum Dach der Welt."    Murdo MacDonald-Bayne in "Jenseits des Himalaya"

Leseprobe


Ist das Leben nicht schön?

Soll ich dir den Mond holen? Du brauchst es nur zu sagen ...
Soll ich dir den Mond holen? Du brauchst es nur zu sagen ...

It's a Wonderful Life / Ist das Leben nicht schön?

(Regie: Frank Capra)

 

Der Film beginnt damit, dass man die Gebete verschiedener Menschen in Bedford Falls hört. Sie alle richten sich auf das Wohl eines Mannes: George Bailey (James Stewart). Des Weiteren ist eine himmlische Kommunikation zu hören, die mittels zweier dabei aufleuchtender Galaxien visualisiert wird. Man beschließt, einen Engel zur Erde hinabzusenden, wobei (un)glücklicherweise niemand Anderes zur Verfügung steht als der als einfältig geltende Clarence (Henry Travers), der noch seine Flügel verdienen muss.

Zur Einweisung bekommt Clarence die Vorgeschichte des Mannes gezeigt, den es zu retten gilt. Von der Kindheit an wird Georges Leben dargestellt: Wie er seinen Bruder aus dem Eis rettet, beim Apotheker arbeitet, sich verliebt und heiratet, den elterlichen Betrieb, die Building and Loan, übernimmt und herzensgut auf manches verzichtet, was seine Zeitgenossen erleben und erreichen, wobei er dem Miethai und Bankier Mr. Potter allen Widrigkeiten zu Trotz stets die Stirn bietet und es den einfachen Menschen in Bedford Falls ermöglicht, wenigstens bescheidene, jedoch saubere und bezahlbare Eigenheime zu errichten. Durch ein Missgeschick seines Onkels bei der Einzahlung eines hohen Barbetrages gerät das ganze Firmenkunstrukt kurz vor Weihnachten jedoch erheblich ins Wanken.

George Bailey ist am Weihnachtsabend so verzweifelt, dass er Hals über Kopf von zu Hause flieht und seine Frau (Donna Reed) und seine Kinder geängstigt zurücklässt. Seine kleine, solide Building and Loan Bausparkasse scheint den Machenschaften des skrupellosen Bankiers Mr. Potter zum Opfer gefallen zu sein. Sein Lebenswerk, sein Ruf und alles, wofür er bislang bei einem eigenen bescheidenen Einkommen gestanden hat, scheinen zerstört. Er will sich umbringen, will sich von einer Brücke in einen Fluss stürzen.

Der flügellose Clarence tritt in Erscheinung indem er sich seiner statt in den Fluss stürzt. George rettet ihn, wobei er jedoch argen Zweifel an dessen himmlischer Herkunft hegt. In einem Gespräch äußert er die Ansicht, es sei besser, wenn er gar nicht gelebt hätte. Clarence hält Rücksprache mit seinem "Chef" und erhält die Erlaubnis George zu zeigen, wie das Leben in Bedford Falls aussähe, wenn George nie gelebt hätte...



Is' was, Doc?

 Is’ was, Doc? Regie: Peter Bogdanovich

 

Ein Klassiker – die Geschichte beginnt mit der Verwechslung zweier Reisetaschen. Die eine gehört dem Musikwissenschaftler Dr. Howard Bannister (Ryan O’Neal), der sich mit der sich in einem absurden Forschungsgebiet mit prähistorischem Eruptivgestein beschäftigt. Howard ist ist ein Nerd und mit der nervigen, unattraktiven und spießigen Eunice Burns (Madeline Kahn) verlobt. Warum weiß niemand, am wenigsten er selbst. Sie wollen in San Francisco einen Kongress amerikanischer Musikwissenschaftler besuchen, wo sie sich ein Stipendium von einem umtriebigen Mäzen namens Frederick Larrabee (Austin Pendleton) erhoffen.


Die andere Reisetasche, in der sich nur Kleidung befindet, gehört der leichtlebigen und chaotischen Studentin Judy Maxwell (Barbra Streisand), die sich umgehend in Howard verliebt und ihm bis in sein Hotel nachstellt, wobei jedes Mal ein neues Chaos entsteht, das die beiden irgendwie zusammenschweißt, obwohl es eigentlich nur Probleme gibt.

Zudem tauchen zwei weitere Reisetaschen mit jeweils Schmuck und geheimen Regierungsdokumenten auf. Alle Reisetaschen sehen gleich aus und das Chaos im Chaos nimmt gegen Ende des Filmes in einer rasanten Verfolgungsjagd durch die Straßen von San Francisco seinen Lauf.

Eine Komödie mit abwechslungsreichen Dialogen in tollen Bildern und legendär im Finale in einem Gerichtssaal, dem der etwas schrullige und gebrechliche Richter Maxwell (Liam Dunn) vorsteht.


Und täglich grüßt das Murmeltier

Täglich grüßt das Murmeltier
Täglich grüßt das Murmeltier

Groundhog Day / Und täglich grüßt das Murmeltier
(Regie: Harold Ramis)

 

Wettermann Phil (Bill Murray), der sich zu weit Höherem berufen fühlt, soll zum vierten Mal in Folge vom Murmeltiertag aus Punxsutawney berichten, einem in seinen Augen provinziellen Kaff, in dem nur Hinterwäldler wohnen. Begleitet vom Kameramann Larry (Chris Elliott) und seiner neuen Produzentin Rita (Andie MacDowell) begibt er sich in einem Van auf die Reise. Schnell wird deutlich: Phil ist ein Misanthrop. 

Am Morgen des 2. Februar nerven ihn die Menschen in der Pension, in der er wohnt, er begegnet seinem alten Schulkameraden Ned Ryerson (Stephen Tobolowsky), den er noch nie leiden konnte, ihm ist nichts recht zu machen und er bringt seine Reportage vom Murmeltiertag in zynischer Weise über die Bühne - dass ein Schneesturm, der seiner Voraussage nach in einer anderen Region wüten sollte, seine Abreise aus Punxsutawney verhindert, besiegelt seinen übellaunigen Tag. Als er am Morgen in der kleinen Pension aufwacht ist Murmeltiertag - schon wieder, immer wieder, er hängt in einer Zeitschleife fest.

Zunächst ändert sich seine misanthropische Einstellung nicht, vielmehr sieht er sich bestätigt, dass er von Hinterwäldlern umgeben ist. Wieder und wieder erlebt er denselben Tag und reagiert zunehmend aggressiver auf diesen Umstand, versucht sogar sich umzubringen, doch er erwacht jeden Morgen um 6:00 am Murmeltiertag in Punxsutawney.

In zynischer und menschenverachtender Weise macht er sich diesen Umstand jedoch bald zunutze, nutzt sein Wissen, dass er Tag für Tag sammelt und erlebt die verschiedensten Abenteuer, bis er eines Tages auch davon zutiefst gelangweilt ist, besonders da es ihm nicht gelingt, seine Produzentin zu verführen, obwohl er inzwischen nahezu alles von ihr weiß und ihr jeweils den Tag ihrer Träume bieten kann, den er jedoch jedes Mal verdirbt, wenn er ihr an die Wäsche will.

Eines Tages findet er sich mit dem Umstand ab, in Punxsutawney gefangen zu sein und macht das Beste aus seinem Tag. Er beginnt damit, nett zu den Menschen zu sein, lernt ihre Lebensgeschichten kennen, rettet Leben, lernt Klavierspielen und es gelingt ihm schließlich, innerhalb dieses einen Tages zum


beliebtesten Menschen in der Stadt zu werden. Auch sein Vorhaben, seine Produzentin zu verführen, gibt er auf. Erst durch diesen vollkommenen Wandel, im Betrachten der Dinge wie sie sind und in der Aufgabe eigener Wünsche löst sich seine Gefangenschaft in Punxsutawney und er erwacht am 3. Februar neben seiner inzwischen liebgewonnenen Produzentin Rita, weil er sie einfach gebeten hatte, nicht zu gehen.