Zuflucht der Stillen Heilkraft

Leseprobe, Januar 1951

1951 Januar,  Brief 40, Titel: „Mangels Staatskunst gehen Nationen unter – guter Rat ist teuer“ Sprüche 11: 14

Meine lieben Freunde, vielen Dank für Ihre vielen guten Wünsche zu Weihnachten und zum Neuen Jahr. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt viele, viele Freunde habe und ich möchte, dass Sie wissen, dass Sie einen Freund in mir haben, der alles unternimmt, um Ihnen zu helfen.
Ich möchte, dass Sie sich auch daran erinnern, dass es eine Vielzahl von GEISTIGEN Helfern gibt, die bei diesem Werk in der Zuflucht helfen. Selbst wenn Sie weit weg sind und Ihre Zeit kostbar ist, können Sie sich auf die Zuflucht einstellen und um Hilfe bitten, und sie wird gegeben. Viele von Ihnen haben ganz überrascht festgestellt, wie wahr das ist.
Jeden Monat erhalten wir mehr dankbare Briefe, nicht nur der erhaltenen Hilfe wegen, sondern auch der monatlichen Briefe selbst wegen. Ich freue mich in der Tat, dass diese Briefe unter den Tausenden, die sie erhalten, ein so gutes Werk leisten.
Hier nur einige Auszüge:
„Ihre Briefe sind eine Inspiration für uns. Wie freuen wir uns, sie jeden Monat zu erhalten! Danke, dass Sie meiner Mutter geholfen haben. Sie hat sich vollständig erholt, obwohl man dachte, sie würde nicht wieder sprechen können. Nicht allein ihre Sprache ist zurückgekehrt, sie bewegt sich auch ziemlich gut. Vielen Dank.“ J. S.
„Gott segne Sie und die Zuflucht für die wunderbare Hilfe, die meinem Sohn erwiesen wurde. Sie werden sich erinnern, dass ich um Hilfe gebeten habe, als er bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Zunächst wurde eine Amputation erwogen. Dann erhielt ich Ihren Brief, in dem Sie mir rieten, der Amputation nicht zuzustimmen, sondern auf Gott zu vertrauen. Und jetzt, wo beide Beine vollständig geheilt sind, denke ich, es


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ist eine wunderbare Offenbarung für uns. Wie wunderbar doch das Werk der Zuflucht ist.“ M. S. C.
„Vielen Dank! Meine Worte können niemals ausdrücken, was ich fühle. Unser Zuhause ist wie der Himmel, das Glück, das wir durch die Zuflucht und Ihre Zufluchtsbriefe erfahren haben, ist unbeschreiblich. Gott segne Sie.“ C. J. C.
„Wir freuen uns sehr über Ihre monatlichen Briefe und sind voller Vorfreude auf die wunderbare Hilfe, die Sie uns jeden Monat geben. Die Briefe kommen zur richtigen Zeit und geben uns die richtigen Antworten auf unsere Fragen. Es ist wunderbar zu wissen, dass es eine so wunderbare Wahrheit gibt, die uns auf unserem Weg des Lebens hilft.“ D. P.


„Mangels Staatskunst gehen Nationen unter – guter Rat ist teuer“ Sprüche 11: 143


Wir sind in ein weiteres Jahr eingetreten, das Jahr 1951. Am Horizont ist der Mensch zu größeren Dingen bestimmt, indem er im Zeitlosen lebt – in der allgegenwärtigen Wirklichkeit. Doch durch seine eigene Torheit kann er der Welt größeres Elend bringen, indem er im Element der Zeit lebt.
Denken Sie nicht, dass ich eine mystische Formel aus dem Hut zaubere, durch die Sie der Welt entkommen können – auch können Sie Ihre Augen nicht vor dem verschließen, was in der Welt vor sich geht, weil Sie ein Teil davon sind.
Es ist unmöglich, die Welt neu zu ordnen, welche die exakte Kopie Ihres eigenen Geist-Herzens4 ist, das Sie nicht wirklich erkannt haben.
Wirtschaftliche und soziale Übel, Feindseligkeit, Kriege usw. können nicht korrigiert werden, wenn man nicht versteht, was sie verursacht. Wenn wir unser eigenes Geist-Herz klar erkennen, werden wir sehen, dass wir diese Bedingungen individuell und kollektiv erschaffen haben. Folglich können wir dann wiederum ebenso individuell und kollektiv Klarheit und Freiheit in unser Denk-Gefühl bringen und dadurch eine Veränderung in


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uns selbst bewirken, indem wir die äußere Konflikte und Elend erzeugende Ursache in uns selbst verstehen.
Wir können Gesetze erlassen, aber das wird keine Änderung bewirken. Die Gesetzgebung kann keine Veränderung im Inneren bewirken. Sie kann das Äußere verändern, aber wenn das Innere nicht verändert wird, wird die Feindseligkeit in größerer Form als je zuvor zunehmen. Diese äußeren Reformen werden andere äußere Reformen erfordern und das wird zu weiterer Unterdrückung und zu Gewalt führen.
Zu einem schöpferischen, dauerhaften Frieden in äußerer Harmonie wird es nur kommen, wenn wir Frieden und Ordnung in uns selbst haben.
Daher lassen Sie uns in unser Geist-Herz schauen und sehen, ob wir Macht, Positionen und Dinge als Mittel zur Dominanz suchen. Je mehr wir dominieren wollen, desto mehr erschaffen wir eine Opposition, die uns letztendlich zerstören wird.
Es ist zu beobachten, dass die Gesellschaft immer komplexer wird, effizienter organisiert, um zu überleben, um auszubeuten, um zu töten. Wir haben Fortschritte gemacht, aber wir haben einen ungeheuren Preis dafür gezahlt, und wir tendieren dahin, einen noch bittereren Preis zahlen zu müssen, es sei denn, wir beginnen, in Harmonie miteinander zu „leben.“
Wir haben große Fortschritte auf der physischen und intellektuellen Ebene gemacht, aber wir haben nicht den gleichen Fortschritt auf der GEISTIGEN Ebene gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir völlig aus dem Gleichgewicht geraten sind. Jeder physische und intellektuelle Fortschritt muss mittels GEISTIGEN Verstehens ins Gleichgewicht gebracht werden, damit unser Fortschritt nicht künstlich und destruktiv, sondern echt und konstruktiv ist.
Wir haben Filme, wir haben das Radio und das Fernsehen. Wir haben schnellere Transportmittel und all die Werkzeuge der modernen Zivilisation. Wir können Tausende und Abertausen-


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de in wenigen Minuten töten. Wir können ganze Städte und ihre Menschen mit der Explosion einer Atombombe auslöschen.
Wir alle sind uns dessen bewusst und nennen es Fortschritt. Können wir es wirklich Fortschritt nennen? Kann der Drang zu dominieren als Fortschritt bezeichnet werden? Sie werden sehen, dass das lediglich eine Opposition erschafft, die den Fortschritt, den wir gemacht haben, zu zerstören sucht – also heißen wir unsere eigene Zerstörung willkommen.
In diesem Fortschritt werden Konflikte und Kummer niemals enden, weil in der Expansion des Ichs Kampf und Schmerz niemals enden.
„Aus Mangel an Staatskunst sinkt eine Nation, die Rettung ist eine Fülle von Ratgebern.“ Eine Nation kann nur überleben, wenn es eine Fülle von Beratern gibt.
Wenn Sie in der Weltgeschichte zurückblättern, werden Sie sehen, warum Nationen in ihrer Existenz getilgt wurden. Alte Reiche sind untergegangen, weil sie entgegen des Gesetzes der Liebe auf Herrschaft beruhten, wobei Grausamkeit, Hass und Selbstsucht die einzigen Faktoren ihrer Unruhe stiftenden Existenz waren.
Desgleichen werden sich alle Nationen selbst zerstören, wenn sie versuchen, andere Nationen oder Minderheiten zu dominieren. Allein durch die Liebe zueinander kann es zu Fortschritt kommen, zu wahrem Fortschritt.
Das Ich ist lediglich ein Bündel aus Erinnerungen an Gutes und Böses, das Produkt der Zeit. Die Liebe erfahren wir nicht durch die Zeit – auch können wir uns mittels der Zeit und unserer Erinnerungen nicht veredeln.5 Unsere Freiheit können wir niemals durch eine Ansammlung von Erinnerungen erlangen. Mittels der Ursache der Unwissenheit und der Konflikte können Sie keine Erleuchtung finden.
Nicht im Zeitelement können wir Freiheit finden, sondern im Zeitlosen, in dem, was ewig und allgegenwärtig ist. Wenn wir uns


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als gewinnend bzw. verlierend usw. betrachten, wird unser Denk-Gefühl im Zeitelement gebunden bleiben und wir werden niemals das Zeitlose, das Ewige und das Allgegenwärtige kennen, in dem allein unsere Freiheit und unser Glück existiert.
Wenn unser Denk-Gefühl im Zeitelement von gestern oder morgen gebunden ist, werden wir niemals das Zeitlose erleben.
Es ist der unaufhörliche Lärm dort draußen – das Wehklagen in sozialen Problemen und Kriegs- und Elendszeiten – dieses behindert den Ausdruck der Wirklichkeit, denn in der Wirklichkeit herrscht eine tiefe, tiefe Stille. Wenn wir es also gründlich verstünden, würden wir schweigen, und um zu schweigen, muss es ein Gewahrsein für die „Unermesslichkeit des Seins“ geben, in der es keine Trennung, keine Teilung, keine Herrschaft, kein Gestern und kein Morgen gibt.
Wenn wir in unserem Geist-Herz unsere Motive, unsere Gedanken und unsere Handlungen erkennen, dann werden wir entdecken, dass wir Macht suchen, dass wir gierig sind, dass Gewalt im Geist-Herz herrscht, durch Feindseligkeit, durch Neid, durch Eifersucht und durch Habgier. Das Zeitlose, das Wirkliche, ist also stets verborgen, verdeckt von jenen Elementen, die aus der Zeit stammen, aus dem Gestern, aus dem Morgen.
Wenn wir einen notwendigen grundlegenden Wandel in der Außenwelt mit ihren Kriegen und ihrer Tyrannei bewirken wollen, müssen wir zunächst uns selbst zutiefst verwandeln. Einige mögen denken, dass das lange dauern wird, bis die Welt reformiert wird, und das stimmt, denn solange der Mensch in der Zeit gefangen bleibt, wird es keine Reformation geben. Richtige Resultate kommen niemals durch falsche Mittel zustande. Nur durch das Allgegenwärtige, das Zeitlose, das jetzt ist, können wir das Licht sehen, welches das Licht der Menschheit war, das zur Errettung des Menschen in die Welt kam.
Es ist die Unwissenheit, die das richtige Denken verhindert und jene Dinge betont, die zweitrangig sind, so dass das Leben zu einer unerträglichen Last wird, von der alle eine Erleichte-


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rung suchen. Aber es gibt kein Entrinnen, es sei denn durch ein Verstehen.
Nur wenn der äußere Sturm und der Zeitkonflikt enden, kann das Zeitlose verstanden werden. Wir bringen es nicht in Gang. Es wird von sich aus aktiv, wenn der Sturm nachlässt. Der See Genezareth (6) wurde durch das Wort beruhigt, das am Anfang war, ebenso wie der Geist, der durch die Weisheit der Wahrheit des Zeitlosen beruhigt wird.
Wenn wir daher versuchen wollen, das Äußere zu verstehen, müssen wir zum Inneren kommen, und wenn das Innere richtig verstanden wird, werden wir zum Höchsten, zum Zeitlosen, zum Allgegenwärtigen geführt. Das ist die Verwirklichung, die der Welt durch die Seele des Menschen den Frieden bringt.
Wir können jetzt leicht erkennen, dass sich die Welt im Chaos befindet, weil wir falsche Werte verfolgt haben. Wir haben den Dingen, die Konflikte und Elend hervorrufen, einen hohen Stellenwert eingeräumt.
Wahre Werte finden sich nur im richtigen Denken, und ohne eine Selbst-Erkenntnis kann es kein richtiges Denken geben, das uns aus dem Zeitelement heraus in das Zeitlose, Ewige und Allgegenwärtige führt. Das ist die Wirklichkeit, in der allein wahre Liebe, Mitgefühl und Freiheit zu finden sind. Denken Sie daran, dass wahre Liebe Mitgefühl bedeutet, nicht Leidenschaft.
Das ist das lebendige Wasser, von dem Jesus sagte, es sei das freie Geschenk Gottes, und jeder, der es tränke, würde niemals mehr dürsten. Dieses Wasser würde sich in eine Quelle lebendigen Wassers verwandeln, die bis zum ewigen Leben reicht.
Um zu Gott zu beten, müssen wir wissen, zu wem wir beten und wie wir beten, nicht zu einem Idol oder zu einem Bild bzw. sekundärer Themen wegen, sondern im Hinblick auf das Ewige, das diese zeitlose Wirklichkeit in jedem Menschen ist und darauf wartet hervorzukommen, wenn wir den Weg dafür bereiten.


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Wir können unseren Charakter modifizieren, verändern und harmonisieren, aber unser Charakter ist nicht die Wirklichkeit. Wir müssen über das Denken hinausgehen und derart das Zeitlose verstehen.
Wenn wir an den Fortschritt denken, denken und fühlen wir innerhalb des Zeitmusters. Nur wenn sich unser Denken und Fühlen von der Zeit befreit, können wir hoffen, des Zeitlosen gewahr zu werden – des Wortes, das bei Gott war, des Wortes, das Gott war und Fleisch geworden ist. „Gott macht Dinge, indem er zu den Dingen wird, die er macht.“ Deshalb kann uns allein das Zeitlose von den Bedingungen befreien, die wir in Unkenntnis unserer wahren Natur erschaffen haben.
Deshalb dürfen wir nicht von der Zeit abhängig sein, sondern werden durch unsere Selbst-Erkenntnis des Zeitlosen gewahr, das Harmonie, das Frieden, das Liebe und das Mitgefühl ist.
Wie wenige von uns können die große Bedeutung des Ewigen verstehen, das in allen ist – das Ewige, das Zeitlose, das Jesus kannte und das auch wir kennen müssen, denn dafür kam er. „Es ist der Vater, der stets in uns bleibt, er vollbringt das Werkt.“ Jesus sagte uns in einer sehr klaren Sprache, dass es der Vater in uns wäre, der das Werk vollbrächte, und dass für die, die das vollständig verstünden, nichts unmöglich sei.
Bei Johannes 5: 24 und 26 sagt Jesus, „Wahrlich, ich sage euch, wer auf meine Worte hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben; über ihn wird kein Urteil gefällt, er ist bereits vom Tod ins Leben übergegangen.“ „Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er dem Sohn gewährt, das Leben in sich zu haben.“ (7)
Die große Wahrheit ist, dass das Leben des Vaters im Sohn ist. Dieses Zeitlose, das ewige Leben, ist in jedem, der es erkennt. Das ist der wahre Wert, von dem wir abhängig sein müssen – die stille Stimme, die stets darauf wartet hervorzukommen, um Wunder zu vollbringen.


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Es ist der Vater, der mich, der Sie in die Welt gesandt hat, um die Wahrheit des „einzigen Einen“ zu bezeugen – des Ewigen, des Zeitlosen, worin Harmonie und Frieden ewig weilen.
Wir alle sind in der Lage, das großartige GEISTIGE Prinzip des Lebens zu erkennen und zu verwirklichen. In unserer Unwissenheit darüber zu sterben, ist die große Sünde der Welt. Wir ziehen unser Wissen aus vergangenen Erfahrungen und scheitern durch mangelndes Verstehen und Glauben darin, auf das Unendliche zu schauen, um unsere unbegrenzten Möglichkeiten zu entfalten. Deshalb setzen wir unsere Intelligenz ein, um das zu leugnen, was eine Quelle lebendigen Wassers sein würde, die zum ewigem Leben und zur Freiheit emporsteigt.
„Arbeite nicht für das Brot, das zugrunde geht, sondern für das Brot, welches für das ewige Leben Bestand hat.“


Danksagung / Gebet


Im zeitlosen Korridor der Schöpfung höre ich überall deine Schritte – im dröhnenden Donner und im stillen Atom, das sich in meiner Seele bewegt, sind sie eins. Deine Schritte hallen am fernsten Horizont wider.
Mögen deine Schritte stets zur magischen Musik der Unendlichkeit in der heiligen Zuflucht einer jeden Seele widerhallen. Dort werde ich deiner unsichtbaren, ewigen und allgegenwärtigen Harmonie lauschen, Geliebter.


MEIN FRIEDEN UND MEINE LIEBE BLEIBEN BEI IHNEN


Ergebenst Ihr,
M. MacDONALD-BAYNE

12 Briefe aus der Zuflucht 1951

Buch, A5, Paperback, 116 Seiten

12 Briefe aus der Zuflucht 1951

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