Leseprobe: Das Wort der Schöpfung, Band 1, Lesung 1

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Volume 1, Lecture 01
Full text of "I Say to You do not Worry for Your Life" plus timetable. Enjoy Scottish Lecturer Murdo MacDonald-Bayne, Pretoria, South Africa, February 5th, 1952
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MMB 6061. I say to you do not worry.Pta.
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Lesung 1 – ICH SAGE EUCH, SORGT EUCH NICHT UM EUER LEBEN

 

Vortrag vom 5. Februar 1952

 

[00.00]i „Ich sage euch, sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen werdet und was ihr trinken werdet, nicht um euren Körper und welche Kleidung ihr tragen werdet. Seht, ist das Leben nicht viel wichtiger als Nahrung und der Körper wichtiger als Kleidung?“ Matthäus 6:25 (Aramäische Version)ii

 

[00.29] Es gibt nichts Dümmeres als einen starren menschlichen Geist voller fixer Vorstellungen, einen Geist, der sagt, das sei dummes Gerede, weil er es nicht verstehen kann. Der Geist der meisten Menschen ist voll von Vorstellungen anderer und man ist nicht fähig, selbst zu denken – ein verstehender Geist hingegen ist geschmeidig, denn ohne eine Geschmeidigkeit des Geistes kann es kein Verstehen geben.

 

[01.01] Wenn also ein menschlicher Geist eine fixe Vorstellung hat und sagt, diese sei die Wahrheit, nun, dann ist das nicht wahr, weil die Wahrheit keine Vorstellung ist. Doch wenn der menschliche Geist geschmeidig ist, dann ist er imstande, sich zu öffnen und etwas zu empfangen – entsprechend des individuellen Bewusstseins.iii

 

[01.28] Im Zuge seiner Ausweitung ist unser Bewusstsein fähig, immer mehr von der Wahrheit zu empfangen. Doch wenn unser Bewusstsein der Wahrheit gegenüber verschlossen ist, das heißt, wenn die fixen Vorstellungen in unserem menschlichen Geist unverrückbar sind, dann kann das in keinem Falle wahr sein, weil die Wahrheit stets den Geist des Individuums entfaltet. Der Einzelne erkennt ständig mehr vom relativen Universum, dessen, was sich außerhalb von ihm selbst befindet. Doch jenes, was sich in ihm befindet, jene unkennbare, ewige Sache bleibt stets dieselbe – und diese ewige Sache wird immer etwas erkennen, sie wird stets das äußere Universum erkennen, sie wird selbst die Planteten und die Sterne und die Bewegungen der Himmel und der Engelwelt und der großartigen Architekten des Universums erkennen – jene unkennbare Sache wird all diese Dinge erkennen und sie als Dinge wissen, die sich um ihn bzw. um sie herum befinden.iv Dennoch wird es das Unkennbare bleiben, das stets übrig bleibt – unkennbar. Selbst den großen Erzengeln im Himmel geht es so, denn sie erleben dasselbe, was Sie tun, entsprechend des Bewusstseins, entsprechend der Entfaltung des jeweiligen Geistes. Vor der Entfaltung des individuellen Bewusstseins des Menschen kann das Bewusstsein des Menschen also alles erkennen, woraus das Universum aufgebaut ist. Und wie ist es zusammengesetzt? Das „Wie“ ist leicht zu verstehen, aber das „Warum“ verweilt ewig in jenem Unkennbaren.

 

[03.52] Und dann werden Sie wissen, dass Sie selbst jenes Unkennbare sind, Ihr wirkliches Ich, es kann kein anderes geben, weil Sie es sind, der bzw. die Dinge außerhalb Ihres Ichs erkennt – doch jenes, was erkennend ist, wird stets das Unkennbare bleiben. Das ist Ihr wirkliches Ich, das bin ich, das sind Sie. Daher wissen Sie nicht, was es ist, aber Sie wissen, dass es IST.

 

[04.29] Wahrheits-Freiheitv entfaltet stets ein Bewusstsein, das seiner selbst als Schöpfer des Denkens, als Schöpfer der Bedingungen und als bewegender Kraft in der menschlichen Natur gewahr ist. Und während sich der Mensch entfaltet, offenbart sein Bewusstsein eine göttliche Natur, die ewig und vollkommen ist und nichts von Tod, Krankheit oder Gesundheit, und auch nichts von Erfolg oder Versagen weiß.

 

[05.02] All diese Dinge kennt die göttliche Natur nicht, weil diese Dinge zum zwiespältigen Geist gehören.

 

[05.12] Bewusstsein bedeutet ein Gewahrsein des „Seins.“ Mittels Ihrer physischen Augen sehen Sie eine äußere Welt und Sie sind Ihres eigenen, physischen Körpers gewahr. Wenn Sie Ihre Augen schließen, sehen Sie die physische Welt um sich herum nicht mehr, doch Sie können alle Klänge des Lebens hören. Und noch immer sind Sie des „Seins“ gewahr.

 

[05.39] Das ist die großartige Sache, die so essentiell in Ihrem Leben ist.

 

[05.47] Sie können aller Dinge gewahr werden, die sich außerhalb von Ihnen befinden, doch Sie müssen auch einer Sache gewahr werden, die unkennbar ist, jener Sache, die sich stets zurückzieht, wenn Sie sie erkennen oder analysieren wollen. Und um zu beweisen, dass das, was ich sage, wahr ist, können Sie versuchen, Ihr ICH zu analysieren – was wir das wirkliche Ich nennen. Sie können versuchen, jenes zu analysieren, was denkt, Sie können versuchen, jenes zu analysieren, was etwas erkennt. Und Sie werden erkennen, dass das, was Sie erkennen, sich stets außerhalb von jenem befindet, was es analysiert. Denn was analysiert, trotzt der Analyse, weil es stets analysiert und nicht gleichzeitig analysiert werden kann. Es handelt sich um ein Gewahrsein dieser ewigen und wundervollen Expansion des Lebens, welches das ganze Universum erfüllt.

 

[07.03] Tatsächlich wissen wir sehr wohl, dass der Äther eine uranfängliche Substanz aller Materie darstellt, etwas, worin alle Materie und alle Formen gebildet werden. Eben jener Äther, den wir den „Äther des Raumes“ nennen, füllt allen Raum aus. Der Äther ist ein Leiter aller Kraft – des Denkens, der elektromagnetischen Impulse, des Radios, aller Dinge. Dieser Äther ist ein Leiter aller Energie, auch der Energien des physischen Lebens. Er ist ein Leiter Ihrer ureigenen Gedanken. Er füllt allen Raum zwischen den Atomen aus. Er ist ein Leiter eben jener Kraft, welche das Elektron an das Atom bindet. Er ist der Leiter der „Ätheronen.“ (Ich habe diese Bezeichnung geprägt, ganz einfach, weil ich weiß, dass es einen Äther gibt – wie wir schließlich sehen werden.)vi Wir wissen es vom Standpunkt des Meisters aus und von den Studien im Himalayavii, dass es so etwas gibt, was wir „Ätheronen“ nennen.viii

 

[08.16] Beim Ätheron handelt es sich um eine feinere Form von atomarer Struktur, die sich im Äther befindet. Der Äther wird zur Blaupause der Vorstellung bzw. der Form, die im Physischen erschaffen wird. Daher werden diese Ätheronen sozusagen „verdichtet“, woraufhin sie die Atome ins Sein bringen, jene Atome, von denen wir wissen, dass sie die Grundlage der gesamten Materie unseres physischen Körpers darstellen. Mittels der Atome kommt es dann zu dem, was wir eine „Materialisierung“ nennen, indem die Atome in ihrer Schwingung reduziert werden, was zu einer für das physische Auge sichtbaren Form wird. Und das Denken ist die Ursache all dessen, das Denken, das vom Geist des Unendlichen ausgeht, vom Bewusstsein Gottes, stets gestaltend – in jenem Bewusstsein stets etwas erschaffend. Und jenes Bewusstsein zeichnet sich mittels Lichtstrahlen und Klangwellen nach außen hin zu einer für das physische Auge sichtbaren Form ab.

 

[09.29] Genau diese Kraft bergen Sie in sich – und dabei handelt es sich um die Kraft des Christus. Ich kann sehen, wie wundervoll seine Kraft ist. Ich kann seine großartigen, wundersamen Kunststücke verstehen, weil er die Kraft kannte, die das Denken in Bewegung setzt. Er wusste sehr wohl, dass er und der Vater eins waren und dass diese unkennbare Kraft, die das ganze Universum erschaffen hatte, verantwortlich für sein eigenes Denken und für die Projektion dieses, seines Denkens war, in welchen Teil der Welt er es auch immer lenken wollte – im selben Augenblick wird es sein, und so ist es.

 

[10.07] Wenn wir doch nur ein bisschen mehr verstehen könnten, wie wundervoll würde es sein! Dennoch werden wir früher oder später dorthin gelangen. Ich könnte dazu noch vieles sagen, aber es würde uns im Moment und am heutigen Abend vom eigentlichen Thema ablenken.

 

[10.30] Mittels einer kontinuierlichen Konzentration auf die inneren Sinne können Sie die Außenwelt vollkommen ausblenden und im Inneren eine andere Welt bewusst wahrnehmen, wobei Sie noch immer des „Seins“ gewahr sind.ix Ihr Bewusstsein durchdringt auf natürliche Weise alle Bedingungen und geht darüber hinaus in einen Zustand über, wo Ihr Bewusstsein seiner selbst gewahr wird – und nichts Anderem.x Das ist ein Zustand, wo man im eigenen Geist alles erkannt hat – alle Bilder, alle Vorstellungen sind erkannt und es herrschen Stille und Frieden. Alle Gedanken, alle Emotionen, alle Auswirkungen und alle Reaktionen sind erkannt worden. Man hat erkannt, dass sich diese Dinge im Außen befinden und dann gelangt eine Stille in den Geist, welche die Meister „Samadhinennen, wo das Bewusstsein seiner selbst gewahr wird – nicht gewahr dessen, was es ist, sondern gewahr dessen, dass es ist. Dann kommt es zu einer Ruhephase, man ruht kurz, doch bald wird das eigene Bewusstsein aktiv – es regt sich dann etwas im Bewusstsein innerhalb des eigenen Bewusstseins. Und in dieser Regung des Bewusstseins innerhalb des eigenen Bewusstseins kommt es zu einem Eifer, der nicht gestoppt werden kann und dann beginnt das wirkliche Werk – Ihr Werk auf der Welt.xi

 

[12.20] Erinnern Sie sich daran, dass wir als Gruppe hier mittels dieses, unseres Wissens, Denk-Wellen-Impulse in den Äther senden können. Und diese Impulse, die in den Äther hinaus gehen, ähneln denen, die von einem Radiosender ausgestrahlt werden. Und man kann solch eine Ausstrahlung an jedem Ort der Welt gleichzeitig hören, nicht nur auf Erden, sondern auch in der Stratosphäre, was zeigt, dass sich diese Impulse durch den gesamten Äther hindurch bewegen und dass der Äther durch diese Impulse magnetisiert wird. Und wer auch immer sich auf diese Wellenlänge einstellt, kann sie empfangen. Es ist dasselbe mit dem Denken.

 

[13.22] Mit unserem Denken ist es ähnlich. Wir haben das Werkzeug dazu, nicht nur zum Empfangen, sondern auch zum Senden. Wenn Sie etwas empfangen wollen, wenn Sie zuhören wollen, was tun Sie dann? Sie neigen langsam Ihren Kopf, ganz leicht. Was macht das? Es setzt Ihre Zirbeldrüsexii in Gang, als Empfänger – für Schwingungen, die dann in Ihren Geist gelangen und von ihm interpretiert werden. Dann lernen Sie die Schwingungen kennen und fühlen sie. Das Denken gelangt in Ihr Bewusstsein und Sie werden dessen gewahr. Wenn Sie hingegen einen Gedanken senden wollen, was machen Sie dann? Sie treten nach vorn und lenken von dort aus Ihre Kraft. Sie lenken Ihr Denken, es strömt von der Hypophyse aus, die Sie sowohl zum Empfangen als auch zum Senden in sich tragen.

 

[14.33] Bezüglich ihres wahren Wertes sind diese Unterrichtsstunden der physischen Wissenschaft noch unbekannt. Auch sie behaupten, dass es bestimmte Formen des Wachstums und so weiter gibt, die von diesen Drüsen ausgehen, was auch stimmt.

 

[14.52] Wenn die Hypophyse in irgendeiner Weise zusammengedrückt und manchmal auch in ihrer Form gestreckt wird, erkennen wir das im Wachstum des Individuums wieder, es handelt sich um eine Art Projektion. Aber normalerweise trägt der Mensch eine empfangende und eine sendende Anlage in sich, und so wie wir denken und unsere Gedanken in die Atmosphäre aussenden, so breiten sie sich in immer weiteren Kreisen aus, magnetisieren den Äther und warten auf einen Ruheplatz. Der Ruheplatz ist die Menschheit. Welche Art von Gedanken senden Sie also in die Welt hinaus? Sind es Gedanken des Hasses, des Neids, der Eifersucht, der Feindschaft? Oder senden Sie großartige Gedanken der Liebe, die den physischen Körper magnetisiert und das Weltliche sozusagen attraktiv macht, die eben jene Kraft in den Äther sendet, die dann zum Absender zurückkehrt?

 

[16.08] Stellen Sie sich daher vor, was Jesus wusste, denken Sie einfach darüber nach, was er wusste. Aus den wenigen Worten, die ich Ihnen jetzt gesagt habe, werden Sie die Wichtigkeit dessen erkennen, was ich Ihnen im Folgenden zu sagen habe.

 

[16.30] Es gibt feinstoffliche Geisteszustände, derer man physisch nicht gewahr ist. Sie verdauen Ihre Nahrung, ohne es zu wissen, Sie atmen die lebensspenden Kräfte ein und aus, die Ihren Körper am Leben erhalten, Ihr Blut wird in die entlegensten Teile Ihres Körpers gepumpt, die Unreinheiten Ihres Körpers werden eliminiert und mittels einer inneren Einstellung wird sowohl im Sommer als auch im Winter eine gleichmäßige Temperatur aufrecht erhalten. Wer pflegt Ihre körperliche Gesundheit, so dass Sie sich selbst im Körper zum Ausdruck bringen können?

 

[17.07] Sie werden sagen, dass Sie all das nicht bewusst machen, doch es gibt niemanden außerhalb des Körpers, der es für Sie tut. Alle diese erstaunlichen Dinge werden für Sie getan. Und Sie müssen eingestehen, [dass Sie es unterbewusst tun],xiii dass es niemand außerhalb des Körpers tut – da muss jemand innerhalb des Körpers sein, der das tut. Und Sie werden die großartige Wichtigkeit dessen erkennen, was ich Ihnen gesagt habe, nämlich, dass in diesem Unkennbaren, in dieser unbekannten Quantität, welche die schöpferische Kraft in allem ist, die Macht liegt. Es gibt keine Maschine, die mit diesem wunderbaren Mechanismus, der dem menschlichen Organismus zugrunde liegt, mithalten kann. Alle Maschinen, selbst die kompliziertesten, sind Schöpfungen des menschlichen Geistes, und wir müssen erkennen, dass das Erschaffene niemals mit seinem Erschaffer mithalten kann.

 

[18.10] Während wir verständiger werden, werden wir erkennen, dass das Unterbewusstsein dasselbe Bewusstsein ist, das darunter liegt – dass das Unterbewusstsein und das Bewusstsein dasselbe Bewusstsein sind, das eine ist äußerlich und das andere ist innerlich, das eine befindet sich im Äußeren und das andere befindet sich im Inneren. Somit stehen wir ständig in Kontakt mit einer Quelle der Inspiration, des Genies und der Intuition, mit einer Quelle der Liebe, der Weisheit und der Kraft.

 

[18.44] Wenn Sie jedoch in Vorstellungen, in Bildern, im Glauben und in der Tradition gefangen sind, ist Ihr Bewusstsein darin verfangen und Sie sind nicht mehr frei, weil Sie entsprechend dessen handeln und denken, was Sie glauben. Daher ist alles, was in unserem Geist fixiert ist, bindend – ein Gefängnis, in dem wir leben. Wir mögen unsere Vorstellungen und unseren Glauben ändern, aber das heißt bloß, dass wir ein Gefängnis durch ein anderes ersetzen.

 

[19.17] Um unser Bewusstsein zu befreien, müssen wir zu einem ehrlichen Erkennen und Verstehen dessen gelangen, was sich in unserem Geist befindet. Wir müssen wissen, dass Vorstellungen lediglich Vorstellungen sind, wir müssen wissen, wie unsere Bilder aussehen und wie sie zustande gekommen sind. (Nun hören Sie gut zu, weil das sehr wichtig ist: Wenn Sie das nicht tun, kann Ihr Geist nicht frei sein bzw. jene Freiheit erfahren, um sich auszuweiten, um die Ausweitung des Universums aufzunehmen. Wer sagt, dass so etwas nicht existiert, weil er es nicht verstehen kann, ist ein Esel, weil er sich nicht die Mühe macht, selbst zu denken, weil sein Geist durch fixe Vorstellungen gebunden ist.) Darum müssen wir wissen, dass Vorstellungen lediglich Vorstellungen sind. Wir müssen wissen, wie unsere Bilder aussehen und wie sie zustande kommen. Wir müssen unsere Glaubenssätze kennen und wir müssen erkennen, warum wir derart glauben, wie wir es tun.

 

[20.35] Stellen Sie sich diese Fragen, denn wenn Sie das nicht tun, glauben Sie bloß, aber Sie wissen nicht, warum Sie glauben, sie wissen nicht um die Bilder, die Sie sich machen und wie diese Bilder zustande kommen, darum leben Sie in einer Welt der Verwirrung, daher müssen Ihre Gedanken verwirrt sein. Also: Senden Sie ständig Wellen um Wellen von Denk-Impulsen in den Äther, die Verwirrung auf der Welt stiften? Tragen Sie daher zur Verwirrung der Welt bei? Oder senden Sie Gedanken der Harmonie, des Friedens und der Liebe in diesen großartigen Ätherozean, in dem alles existiert?

 

[21.25] Wir müssen verstehen, was Rituale sind. Warum wiederholen Sie die Dinge, die Sie aus einem rituellen Standpunkt heraus sagen? Sie müssen verstehen, was Rituale sind – was Traditionen sind. Folgen Sie lediglich der Tradition, oder haben Sie untersucht, was Traditionen sind? Ich werde es Ihnen nicht sagen, weil Sie es selbst herausfinden müssen – rechnen Sie es sich selbst aus und geben Sie sich die Antwort. Wenn ich es für Sie zusammenrechne und Ihnen die Antwort gebe, haben Sie nichts davon, doch wenn Sie tun, was ich Ihnen anrate, werden Sie wissen, was Traditionen sind, Sie werden wissen, welche Bilder Sie sich machen, Sie werden wissen, welche Vorstellungen Sie hegen, und Sie werden auch wissen, wie Ihre Glaubenssätze aussehen und warum Sie einen derartigen Glauben pflegen. Dann werden wir erkennen, dass diese Dinge nichts mit der Wahrheits-Freiheit zu tun haben, sondern vielmehr jene Menschen begrenzen, die in diesen Dingen gefangen sind. Keine Vorstellung von der Wirklichkeit ist je die Wirklichkeit. Wenn wir unserer eigenen Konditionierung nicht gewahr sind, werden wir uns niemals von ihr befreien.

 

[22.45] Die meisten Menschen sind des „Seins“ nicht gewahr – was sich beweist in den Massen, die im Meer der Unwissenheit umhertreiben, umhergestoßen von jeder Laune, Vorstellung oder Emotion, ertrinkend in dem, was sie bewirken. Sie eilen hierhin und dorthin, um Gesundheit und Glück zu finden. Es ertönt der Ruf, „Wie kann ich mich verändern? Wie strahle ich Gesundheit, Wohlstand und Erfolg aus? Wie erhalte ich den Schlüssel, der mir die Tür zu all diesen Dingen öffnet?“ Also eilen diese Menschen hierhin und dorthin – zu jenen Menschen, die behaupten, dass sie diese Menschen lehren könnten. Doch diese Menschen setzen die Hilfesuchenden lediglich in ein ruderloses Boot, das noch immer den Stürmen und Wellen im Meer der Unwissenheit ausgesetzt ist.

 

[23.36] Genau das machen sie. Sie geben Ihnen keinerlei Schlüssel, weil sie selbst den Schlüssel nicht haben.

 

[23.50] Ist es nicht so, dass all diese Menschen von Gott sprechen, als sei er von Ihnen getrennt und abgegrenzt, dass diese Menschen ihren Gott relativieren, zu etwas abseits ihrer selbst? Und sie machen dasselbe mit Ihnen, und indem sie das tun, trennen diese Menschen Sie von eben jener schöpferischen Kraft, die sich in Ihnen selbst befindet.

 

[24.17] Nun, die Materie kann nicht sagen, „Ich leide, ich sterbe, mir geht es gut, ich bin ein Versager, ich bin erfolgreich.“ Es ist das „individuelle Bewusstsein“, das in diesen Dingen verfangen ist. Und da liegt der Irrtum: Des „Seins“ nicht gewahr zu sein. Daher sind für das individuelle Bewusstsein die Sünde, das Leiden und der Tod real. Aber im wahren Sinne, (nennen Sie ihn unsterblich oder göttlich, der Name spielt keine Rolle), gibt es kein Gefühl des Irrtums und keinen Irrtum des Gefühls, daher birgt das Sein kein zerstörerisches Element in sich.

 

[25.11] Darum existieren Sünde und Tod nicht wirklich, außer im physischen Bewusstsein – sie können in jenem „Unkennbaren“ nicht existieren, sie können nicht in jenem unendlichen Geist existieren, sie können nicht in der Wirklichkeit existieren. Sie existieren allein im individuellen Geist.

 

25.35] Doch was finden wir vor? Natürlich, wenn wir unseren Geist untersuchen, sehen wir, dass er zwiespältig ist, dass sich stets Bilder in unserem Geist bewegen und immer wieder Zwillingsbilder auftauchen. Es gibt stets Gut und Böse. Gesundheit und Ungesundheit, Erfolg und Versagen, all diese Dinge sind miteinander verbunden. Wenn eines oben ist, ist das andere unten und so weiter – Glaube und Angst, wenn eines nach oben kommt, ist das andere unten. Beide befinden sich auf derselben Messlatte, beide gehen ineinander über. Deshalb können Sie das Negative nicht loswerden, indem Sie versuchen, etwas Positives an seine Stelle zu setzen, weil es nicht funktionieren wird.

 

[26.23] Wie entledigen Sie daher Ihren Geist all dieser Dinge? Sie gehen zu einer beliebigen Versammlung, irgendwo, und das Erste, was Sie dort hören, dreht sich um die Sünde, den Tod, den Teufel, die Hölle und all diese „wundervollen Orte“, wo die Menschen sich hineinknien. Und Sie fragen sich, was all das soll.

 

[26.47] Sie hören jedoch nie etwas über den Christus, über den wirklichen lebendigen Christus, der in Ihnen lebt, welcher der eigeborene Sohn des Vaters ist, d. h. die Liebe selbst. Liebe, die sich selbst guten Willens gegenüber allen Menschen zum Ausdruck bringt.

 

[27.13] Der Christus ist der eingeborene Sohn des Vaters, der im Anfang existierte,xiv weil er bei Gott war. Er war jenes Wort, das bei Gott war und Gott war jenes Wort, und jenes Wort wurde manifestiert. Derselbe Christus ist von Anfang an in Ihnen und in mir – darin liegt die Unvergänglichkeit unserer Schöpferkraft.

 

[27.45] Wenn Ihnen diese Dinge gezeigt werden, (und besonders Kindern sollten diese Dinge von Geburt an gezeigt werden), dann wird es keine Angst mehr auf der Welt geben. Die Angst wird vom Tage der Geburt an im Geiste des Kindes aufgebaut. Die „Angst“ vor der Sünde, die „Angst“ vor dem Tod – und alles besteht aus „Angst.“ Es herrscht stets eine Konditionierung, „Wenn du das tust, wird dieses geschehen; wenn du das nicht tust, wird jenes geschehen“, so dass diese heranwachsenden Menschen ihr ganzes Leben lang konditioniert sind und nach diesen Bedingungen suchen. Von ihrer Geburt an und bis zum ihrem Tod sind diese Menschen hypnotisiert. Daher ist es wahr, was der Meister sagt, „Ihr sterbt in eurer Unwissenheit.“

 

[28.34] Wenn Wahrheit und Irrtum sich vermischen, produzieren sie Gesundheit und Krankheit, Gut und Böse, Leben und Tod. Wer kann dann noch sagen, ob Wahrheit oder Irrtum größer ist?

 

[28.48] Können Sie es, wenn beide Hand in Hand miteinander gehen? Können Sie mir sagen, was größer ist? Krankheit oder Gesundheit, Erfolg oder Versagen, Gut oder Böse? Sie können mir nicht sagen, was größer ist.

 

[29.11] Die Kraft zu sehen und zu hören entspringt nicht der Materie, sie entspringt dem Geist, anderenfalls könnten Sie nicht verstehen, was Sie sehen und hören. Es ist die Seele, die etwas wahrnimmt. Der Körper ist lediglich ein Werkzeug, das die Seele für ihren eigenen Selbst-Ausdruck benutzt. Wenn die Seele des Seins nicht gewahr ist, dann ist sie im Irrtum verfangen, dass der Körper allen Arten von Bedingungen unterworfen ist und dass der Geist in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht hat.

 

[29.48] Wir bezeichnen den Körper als materiell, doch die Wissenschaft hat bewiesen, dass der Körper gestalteter Geist und dass die lenkende Kraft dieser Gestaltung das Bewusstsein ist.

 

[30.03] Ich möchte Ihnen gern zeigen, wie der Körper aufgebaut ist. Ich schließe meine Augen und sehe, wie diese verschiedenen Zustände des Äthers in die Form gelangen und wie der Körper entsteht. Und derselbe Körper kehrt stets zu der Substanz zurück, aus der er kam. Sie können nichts aus dem Universum herausnehmen und Sie können dem Universum kein Gramm hinzufügen, es ist vollständig in sich selbst.

 

[30.36] Der menschliche Geist lässt alle Dinge stets vom Kleinsten statt vom Größten beginnen. Stellen Sie sich vor, wir kehren den Prozess um und betrachten die Gestaltung von der Quelle aller Dinge aus, von jenem göttlichen Bewusstsein aus, welches keine Dualität kennt. Indem wir diesen Dingen nachspüren, steigen wir ständig im „unendlichen Sein“ auf, wo es weder Trennung noch Irrtum und auch keine Dualität geben kann. Das physische Bewusstsein, (das illusionäre Bewusstsein), die Ursache des Irrtums, löst sich dann auf und das Bewusstsein der Wirklichkeit nimmt seinen Platz ein. Noch in dieser Welt wird die Zeit kommen, da dieses physische Bewusstsein, dieses Bewusstsein des Irrtums, vergehen wird, wenn der Christus den individuellen Geist vollständig erfüllt. (Wer danach strebt, sein Leben im Körper zu erhalten, wir es verlieren, wer aber sein Leben aufgibt, wird es behalten.)xv

 

[31.54] Alle versuchen, ihr Leben im Körper zu retten. Sie sorgen sich stets darum, wann sie sterben werden und so weiter, oder sie fragen sich, ob das, worunter sie leiden, sie töten wird. Sie fragen sich stets, wann sie sterben werden, und wie sie sterben werden – ob sie in Afrika sterben werden, in Indien oder sonst wo. Und sie wollen dort nicht sterben, sie wollen woanders sterben. Diese Menschen befinden sich also ständig in einem Zustand des Umbruchs. Und was passiert mit ihrem Körper? Die bloßen Gedanken, die dabei erzeugt werden, zersetzen eben jene Atome des Körpers und verursachen alles Mögliche. Aber wenn man ihnen diese Dinge erzählt, schauen sie einen nur verwundert an. Es erscheint Ihnen so wunderbar, dass sie es nicht wirklich begreifen können. Also bringen sich alle auf die eine oder andere Weise um.

 

[32.45] Aber was wäre, wenn Sie sich nicht darum sorgen, Ihr Leben im Körper zu retten? Es ist egal, Sie behalten es und je weniger Sie sich darum kümmern, desto besser ist es! Sicher ist es das.

 

[33.02] Nun, Sie wissen sehr gut, dass ich im Juni dieses Jahres meinen 75. Geburtstag begehe,xvi doch mir geht es so gut wie jemandem, der 35 Jahre alt ist. Kommen Sie einfach herauf zu mir und Sie werden es sehen!xvii Nein, je weniger Sie sich um Ihr Leben sorgen – das ist so wahr, aber Sie realisieren des Meisters Worte nicht! Sie nehmen sie zur Hand, Sie lesen sie und Sie sagen, „Nun, ich verstehe es nicht“, und Sie gehen fort. Sie machen keinerlei Anstalten, die Worte auch zu ergründen, die Bedeutung der Worte.

 

[33.40] Wenn das physische Bewusstsein die Wahnvorstellung aufgibt, dass es mehr als einen Geist gibt, mehr als einen Gott, dann wird der Mensch in Gottes Ebenbild erscheinen. Der ewige Mensch muss all die Attribute jenes Ebenbildes mit einschließen, mit der Herrschaft über alle Dinge – natürlich und nicht übernatürlich, wie man uns glauben machen will.

 

[34.09] Es gibt nichts Übernatürliches, alles ist natürlich. Das Übernatürliche soll etwas sein, was jemand anderes und sonst niemand hat. Verstehen Sie?

 

[34.24] Jesus behauptete nie, übernatürliche Kräfte zu haben, alle seine Kräfte waren natürlich und diese sind auch in uns natürlich vorhanden. „Diese Dinge, die ich tue, sogar größere Dinge werdet ihr tun, wenn ihr es nur glauben wollt.“ (Wenn ihr „mich“ überhaupt versteht.)

 

[34.50] Das physische Bewusstsein muss sich von der Fessel einer materiellen Existenz befreien; dann dämmert unserem Bewusstsein das GEISTIGE,xviii (die ewige Existenz) bzw. das göttliche Prinzip, und somit werden wir unsere unsterbliche Geburt erleben, die nichts erschüttern kann. Jene unsterbliche Geburt kommt JETZT zu Ihnen, und das ist es, was Jesus meinte, als er klar und deutlich sagte, „Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet, dieses Mal aus GEIST und Wasser, werdet ihr niemals in das Königreich Gottes eintreten.“

 

[35.29] Was hat er damit gemeint? Er meinte damit eindeutig, dass es in der Form eine Trennung und Unterscheidung gibt. „Wasser“ war der Name, den man damals jener Ursubstanz gab, die das ganze Universum durchdrang, jener geschmeidigen Substanz, aus der alles entstand und in der alles existierte. Es handelt sich also um GEIST und Äther, um nichts weiter als das, um das Bewusstsein Gottes und um den Körper Gottes, der Eine in allem und alles in Einem.

 

[36.06] Verstehend werden wir sagen, „Ich und der Vater sind eins.“ Können Sie die Bedeutung dieser Aussage voll erfassen? Denken Sie zutiefst darüber nach. Wenn das verstanden ist, wird die Erde transformiert werden und die Dunkelheit des Irrtums der Trennung wird sich auflösen.

 

[36.27] Der Mensch wird dann verstehen, dass kein Grashalm, keine Blume, kein Baum und keine Knospe aus eigenem Antrieb sprießt. Der Mensch wird erkennen, dass alles auf Erden seinen Ursprung im unendlichenEinen“ hat.

 

[36.46] Wir sollten uns nicht mehr fragen, „Ist es unsere Lunge? Ist es unser Herz? Ist es unsere Leber?“, und so weiter. Wir werden verstehen, dass wir unsterblicher GEIST sind, wir sind nicht mehr stumm vor Unwissenheit und wir werden uns nicht im Irrtum verfangen, sondern wir werden den Irrtum durch die Wahrheit unserer Unsterblichkeit vertreiben. Aber Sie müssen zuerst zu dieser unsterblichen Geburt finden. Dann kommen diese Dinge von selbst zu Ihnen.

 

[37.21] Jesus erkannte klar und deutlich, wie diese großartige Geburt, (diese neue Geburt), aus GEIST und Wasser die physische Trennung aller Organe im Körper überwand, wie diese Geburt die Form selbst als etwas Getrenntes und Abgegrenztes überwand – stattdessen sah er den GEIST und die vollkommene Substanz, aus der alles erschaffen ist. Das waren die beiden Dinge, die er sah und die im Bewusstsein des Menschen etabliert werden müssen, dann werden alle anderen Dinge vergehen.

 

[38.04] Ich kann seinen Geist so gut verstehen, ich kann die Bedeutungen all dessen klar erkennen, und wenn ich daran denke, dass er in jenem Moment seine Gedanken sendet, dann verhalten sich die Dinge so und so, dann ist dieses und jenes der Fall – und so ist es. „Ich und der Vater sind eins.“ Es steckt so viel mehr in dieser Aussage. Während sich Ihr Bewusstsein entfaltet, werden Sie mehr und mehr davon erkennen.

 

[38.39] Sie können nur so viel aufnehmen, wie Sie bereit sind zu empfangen. Während sich Ihr Bewusstsein entfaltet, wird Ihre Aufnahmefähigkeit gesteigert. Erlauben Sie Ihrem Bewusstsein daher nicht, in kleinen, unbedeutenden Dingen gefangen zu sein, die Ihr Bewusstsein ständig im Relativen festhalten. Wenn Sie es tun, wird es für Sie in Zukunft nutzlos sein, einen Versuch zu unternehmen, jemals jenen Zustand zu erreichen, wo Jesus von jenem unsterblichen Zustand sprach, „Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet, dieses Mal aus GEIST und Wasser.“

 

[39.36] Wir werden dann unsere psychischen Leiden, unsere Ansprüche und unsere Konflikte verstehen. Wir werden unsere inneren Leidenschaften, unsere inneren Ängste und unseren Neid überwinden. Wir werden nicht mehr bemessen, ob wir viel oder wenig besitzen, wir werden diese Ansprüche intelligent beseitigen, um herauszufinden, dass wir alles haben.

 

[40.01] Es gibt keinen Unterschied im Bemühen, viel oder wenig zu besitzen. Der eine begibt sich auf einen Berg, wo er jahrelang sitzt – und er gibt alles fort, er will wenig, er nimmt wenig. Ein anderer möchte Besitz. Beide sitzen im selben Boot. Beide halten sich am Maßstab fest, beide sind närrisch. Beide haben noch nicht jenen Zustand des wahren Verstehens erlangt.

 

[40.37] Wir werden nicht mehr nach Macht streben und nicht mehr von uns eingenommen sein, denn es wird ein Frieden herrschen, der alles Verstehen übersteigt, wir werden die Quelle unserer schöpferischen Wirklichkeit gefunden haben, wir werden „sein“, nicht „werden“, sondern sein. Versuchen Sie, das vollständig zu verstehen.

 

[41.01] Wenn wir im allgegenwärtigen Sein leben, sind wir nicht mehr bedürftig. Es herrscht keine Suche nach wenig, keine Suche nach viel. Wie ich bereits zuvor sagte, Sie kümmern sich nicht um Ihr Leben im Körper, weil es ewig ist. Wer sein Leben im Körper retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben aufgibt, wird es erhalten. Wer sich um sein Leben sorgt, wird es viel schneller verlieren als jemand, der sich darum nicht die geringsten Gedanken macht.

 

[41.48] Wir werden nicht mehr nach Sicherheit suchen, denn in einem Geist, der ständig nach Sicherheit sucht, herrscht Angst, [er kann niemals froh sein, er kann niemals das schöpferische Sein erkennen.] Ist es nicht so? Und wenn Sie einerseits Sicherheit suchen und andererseits ängstlich sind, was geschieht Ihnen dann? Handelt es sich dabei nicht um einen verwirrten Geisteszustand? Was Sie aussenden, kommt zurück! Die reine Basis unserer Sicherheit liegt nicht im Suchen, sondern im Wissen. Die höchste Form unseres Denk-Fühlensxix ist Wissen – nicht im leichtgläubigen Vorpreschen, sondern in unserer göttlichen Auffassungsgabe liegt die Basis unserer Sicherheit. Eine wundervolle Wahrheit!

 

[42.45] Wenn wir uns mit den Problemen des Massenmords, des Hungers und der Zerstörung auf deren eigener Ebene auseinandersetzen, erschaffen wir nur weiteres Elend und noch mehr Katastrophen, denn dann geht es nur noch um die Umverteilung von Gier, Böswilligkeit und Unwissenheit, und Verwirrung und Feindschaft nehmen kein Ende. Es hilft uns auch nicht, gegen diese Zustände zu rebellieren. Auch kann man nicht frei werden, wenn man versucht, diesen Dingen zu entkommen, denn es gibt kein Entkommen – es sei denn durch ein Verstehen.

 

[43.26] Der Irrtum liegt im Glauben, dass materielle Hilfsmittel materielle Leiden beseitigen werden. Aber das ist unmöglich, und darin liegt der Irrtum, der heutzutage im menschlichen Geist existiert, und wir müssen dafür sorgen, dass unser Geist klar ist, sonst werden wir weiterhin damit fortfahren, die ganze Zeit dasselbe zu tun. Erinnern Sie sich daran, „In unserem Willen, etwas zu tun, liegt keine Weisheit.“ Wenn das physische Bewusstsein seiner eigenen Schöpfungen nicht gewahr ist, kann es niemals sein eigenes Leiden lindern. Das Böse ist keine Macht, es ist eine Illusion der Sinne – und es gibt bald seine eigene Schwäche preis. An der Quelle des Menschen existiert das Böse nicht, und wenn das realisiert wird, wird es fortfallen und den Menschen nicht mehr verhöhnen.

 

[44.25] Und das Böse verhöhnt ihn auf Schritt und Tritt, es sagt, „Glaube, dass ich existiere, glaube, dass ich Macht habe“, und das ist genau das, was es will: Dass Sie daran glauben – dass Sie akzeptieren, dass es Macht hat.

 

[44.42] Jesus sagte, „Leistet dem Bösen keinen Widerstand, vergeltet Böses mit Gutem.“ Heißt es nicht in den Gleichnissen, „Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das Böse nicht weichen.“ Deshalb sage ich Ihnen das Folgende klar und deutlich: Gelangen Sie hinter Ihren Geist, erkennen Sie ihn und verstehen sie ihn!

 

[45.11] Ich sagte bereits mit anderen Worten: Wenn wir ein Entkommen aus unserer Selbstkonditionierung suchen, indem wir glauben, dass wir eins mit Gott sind, wird das lediglich eine Vorstellung sein, die wir in unsere Konditionierung hineintragen. Denn wir sind noch immer in unserer Konditionierung gefangen – es kann keine Freiheit mittels der bloßen Vorstellung geben, dass Sie eins mit Gott sind. Frei werden wir nur dann, wenn wir alles erkennen, was uns konditioniert. All das verhindert den Ausdruck dieser Kraft, dieser unkennbaren Sache, die im gesamten Universum und im Menschen schöpferisch tätig ist. Dann wird der Mensch verstehen, was Freiheit bedeutet.

 

[45.59] Kann man verstehen, was Freiheit bedeutet, wenn man konditioniert ist? Wenn Sie nicht wissen, was Sie konditioniert, wie können Sie dann Ihre Konditionierung eliminieren?

 

[46.11] Wir sehen also deutlich: Reformer und alle, welche die Weltprobleme lösen wollen, vermehren diese Probleme, denn es sind ihre eigenen Probleme. Wenn diese Menschen sich selbst nicht radikal verändern, wenn sie nicht zu einer inneren Verwirklichung wahrer Werte gelangen, dann wird deren Beitrag nur zu weiteren Konflikten und zu Elend führen. Und genau das passiert heutzutage auf der ganzen Welt und Sie sehen es mit Ihren eigenen Augen.

 

[46.48] Ich gebe Ihnen Fakten und ich möchte, dass Sie sie sorgsam lesen, ich möchte, dass Sie sie studieren, ich möchte, dass Sie erkennen, wie wahr sie sind, ich möchte, dass Sie ihre Tiefe erkennen.

 

[47.07] Männer und Frauen, die erpicht darauf sind, die Welt zu transformieren, müssen zuerst sich selbst verstehen – denn sind wir nicht die Welt? Haben nicht wir die Welt zu dem gemacht, was sie ist? Das gegenwärtige Elend und die Erniedrigung des Menschen sind selbstverschuldet. Wenn der Mensch lediglich plant, das Muster des Konflikts zu reformieren, ohne sich selbst zu verstehen, wird er Unwissenheit und Leid bloß vermehren.

 

[47.38] Und wir haben heutzutage all diese Reformer, diese sogenannten „Reformer.“ Wir haben sie in den Hinterhöfen, wir haben Missionare hier und dort und all das. Und manchmal haben wir noch mehr Ärger verursacht, indem wir die Religion eines Menschen in eine andere Religion umgewandelt haben – und indem wir nicht in den Fußstapfen des Schöpfers dieser Religion gewandelt sind, verlieren diese Menschen den Respekt vor jenen, die versuchen ihre Religion zu ändern.

 

[48.11] Diese unwissenden Menschen wurden das Leben Christi gelehrt, sie wurden Freundlichkeit gelehrt, sie wurden Liebe gelehrt und so weiter, doch wenn diese Menschen die Feindseligkeit, den Streit, die Grausamkeit und den Neid jener sehen, welche diese sogenannte „Religion“ lehren, verlieren sie den Glauben. Es ist daher kein Wunder, dass die Ungläubigen ohne eine Religion besser dran sind, wenn ihnen von jenen Menschen nicht in der rechten Weise Liebe, Freundlichkeit und Mitgefühl gelehrt werden. Das sind die Dinge, die in unserem Leben essentiell sind.

 

[49.00] Und so sicher wie Sie in diesem Moment leben, sage ich Ihnen eine Wahrheit – wann auch immer ein Teil von Menschen dominiert wird, gestalten jene Menschen, welche diese Dominanz ausüben, ihren eigenen Untergang.

 

[49.21] Schauen Sie sich auf der ganzen Welt um und die Geschichte wird Ihnen zeigen, dass es ein Gesetz ist, ein unfehlbares Gesetz, aber der Mensch hat es noch nicht erkannt. Merken Sie sich meine Worte! Vielleicht geschieht es in Ihrer Zeit, vielleicht auch nicht, aber so sicher wie Sie leben, kommen all diese Menschenrassen, die beherrscht wurden, an die Oberfläche. Und wenn diese Menschen ihre Freiheit finden und sich auf der ganzen Welt versammeln, und die Welt wimmelt von ihnen, Milliarden und Abermilliarden von ihnen, dann wird es sehr wenig Hoffnung für ihre früheren Herrscher geben.

 

[50.12] Ich erinnere mich daran, wie ich vor langer Zeit im Osten war – ich kannte die Araber, ich kannte die Inder, ich war damals beim Geheimdienst. Und ich weiß sehr genau, wie sehr die Araber uns damals respektiert haben. Dann verwandelte sich dieser Respekt allmählich in Respektlosigkeit, und so war es auch in Indien, denn sie wurden einst eingeschüchtert und beherrscht, aber sobald sie das feststellten, warfen sie ihre Beherrscher raus.

 

[50.46] Ich versichere Ihnen, dass wir ein Instrument für unsere eigene Zerstörung erschaffen, und das, sage ich, ist das große Armageddon, das meiner Meinung nach nicht so ist, wie die Menschen heute denken. Es geschieht nicht heute. Was heute stattfindet, ist ein Kampf der Ideologien, ein Kampf der Vorstellungen. Es ist nicht der Kampf des Armageddon.

 

[51.20] Das ist dann die „Verschmelzung“, die große Verschmelzungskraft. Jene Holzfäller und Wasserschöpfer werden schließlich die Welt beherrschen. Und jene, welche die Herrscher waren, die sie versklavt haben, müssen die Strafe dafür zahlen, denn, „Alles, was ihr aussendet, wird zu euch zurückkehren.“ Alles, auch wenn es bis zum anderen Ende des Universums hinaus geht, kehrt zum Absender zurück. Deshalb sagte Jesus ganz lapidar, „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.“

 

[52.11] Wenn wir tatsächlich ewige Werte anstreben, dann müssen wir unseren inneren Konflikt beenden, damit Frieden in unsere Seelen und damit in die Welt gelangt. Wenn der Mensch die Ursachen nicht versteht, die Feindseligkeit und Streit, Krieg, Verwirrung und Elend verewigen, werden diese Dinge niemals in seinem eigenen Leben bzw. auf der Welt aufhören. Die Macht des physischen Bewusstseins über den Körper wird kaum verstanden, genauso wie die Macht des wesentlichen Bewusstseins auf der Welt kaum verstanden wird.

 

[52.43] Wenn wir durch unser Leiden aus unserem tödlichen Traum und dem, was unseren Traum aufrechterhält, geweckt werden, dann werden wir, je weniger wir über materielle Mittel und Gesetze nachdenken und je mehr wir an die göttliche Natur des Menschen denken, desto eher jenen Frieden erlangen, der alles Verstehen übersteigt. (Ich habe heute etwas sehr Gutes gehört: „Wenn man nicht jeden Tag ein Gesetz bricht, lebt man nicht richtig.“ Sie sind nicht viel wert, wenn Sie nicht jeden Tag ein Gesetz brechen. Es scheint seltsam zu sein, das zu sagen, aber wenn Sie das erkennen, so verrückt es scheint: Es ist wahr. Wie viele Gesetze sind für Sie gemacht? Von Menschen geschaffene Gesetze halten Sie ständig fest, diese Gesetze packen Sie und halten Sie in der Knechtschaft. Die göttliche Gesetzgebung ist das nicht – diese schenkt Ihnen Ausdehnung und Frieden.) Der Mensch und die Welt werden dazu nur finden, wenn der Mensch sich jetzt regeneriert und seinen Geist durch sein Verstehen und das Bewusstsein seines eigenen Seins anpasst, nicht zu irgendeinem „zukünftigen“ Datum, das nur eine Illusion ist.

 

[54.01] „Ich bin der Herr, dein Gott“, jetzt und immerdar.

 

[54.09] Was für einen wunderbaren Gedanken der Prophet hatte, und ihm war vollkommen klar, „Ich bin der Herr, dein Gott.“

 

[54.19] Danksagung / Gebet

 

[Ich werde nicht mehr]xx jammern und klagen, und ich werde nicht sagen, dass du mich an die Forderungen des Fleisches gebunden hast.

 

Ich sehne mich auch nicht mehr nach irdischen Annehmlichkeiten, denn sie sind nur ein Hirngespinst meines sterblichen Geistes, und ich werde auch niemanden tadeln, wenn er sich mit materiellen Dingen beschäftigt, denn jeder muss seinen eigenen Weg finden.

 

Ich weiß nur, dass du die ertragreichen Pflanzen gewässert hast, die ohne die Hilfe des Menschen wuchsen. Alles, was der Mensch tat, war, den Samen zu legen, und du, der Meistertöpfer, hast die Erde geformt und sie mit Sonne und Regen besprengt.

 

Nun bin ich zufrieden, dass alles mein ist, denn wir sind eins, denn dein Same ist mein und meiner ist dein, oh, unendlicher Einer.

 

 

 

i Bei diesen Einträgen in Klammern handelt es sich um Zeitangaben, wo die entsprechenden Stellen auf den Tonbandaufzeichnungen zu hören sind, selbstverständlich auf Englisch.

ii Eine Fußnote des neuseeländischen Herausgebers Kenrick Finlayson besagt: Die aramäische Version, die Murdo verwendet, stammt aus „The Four Gospels According to the Eastern Version“, übersetzt von George M. Lamsa (1933), oder aus seinem späteren Werk „The New Testament According to the Eastern Text: Translated from Original Aramaic Sources“ (1940). Dr. George M. Lamsa (1892-1975) war ein assyrischer Gelehrter und Autor. Er wurde in der Osttürkei geboren. Als aramäischer Muttersprachler übersetzte er das aramäische Pershitta, (wörtlich „gerade, einfach, aufrichtig oder wahr“), in englische Fassungen des Alten und Neuen Testaments. Sein Buch, „The Holy Bible from Ancient Eastern Manuscripts: Containing the Old and New Testaments“, das 1957 erstmals veröffentlicht wurde, wird heute gemeinhin als Lamsa-Bibel bezeichnet.

iii Wenn in diesen kursiven Textpassagen einzelne Worte zusätzlich in Fettschrift dargestellt werden, handelt es sich dabei um die Wiedergabe der ungewöhnlichen Großschreibung bestimmter Worte im Englischen (bspw. Love, Wisdom, God, He, Truth uvm.), wohingegen diese Betonungen im normalen Textfluss einfach kursiv dargestellt werden (Liebe, Weisheit, Gott, er uvm.)

iv Die englische Formulierung lautet hier, „Yet that which is within him, that Unknowable, Eternal thing, remains the same always and that will always be discerning, always will be knowing the external Universe, even knowing the planets and the stars and the movements of the heavens and the angelic world and the great Artificers of the Universe, that Unknowable thing will be discerning all these things and will know them all as things external to himself or herself. Es sei angemerkt, dass Dr. Bayne in fast allen seinen Werken betont, dass das Gesagte für Frauen wie für Männer gleichermaßen gilt.

v Die englische Formulierung lautet hier, Truth-freedom is always […]“

vi Diese Klammern im kursiv dargestellten Text scheinen von der neuseeländischen Redaktion gesetzt worden zu sein, um nicht so wichtige Textpassagen quasi „auszuklammern.“

vii Dr. Bayne verbrachte 1935/36 wenigstens ein halbes Jahr in Tibet, worüber er in seinen Spätwerken „Jenseits des Himalaya“ (Beyond the Himalayas, 1954) und „Das Yoga des Christus“ (The Yoga of the Christ, 1955) berichtet.

viii Die englische Formulierung lautet hier, „ […] It is the conductor of the “etherons.” (I coined that name just because I know that there is an ether which we will eventually find out.) We know from the Master’s point of view and the study in the Himalayas, that there is what we call etherons.”

ix Die englische Formulierung lautet hier, „[…] and become conscious of another world inside, but you are still aware of “Being.”

x In einer Fußnote des neuseeländischen Herausgebers heißt es sinngemäß, der nächste Satz aus den Lesungsnotizen fehle auf der Tonaufnahme: [Das ist der Zustand, den die Meister ‚Samadhi‘ nennen, doch er ist nur der Anfang unserer wahren Existenz, in der alles Andere als relativ angesehen wird.] Weiter schreibt er: Das Wort Samadhi ist ein Wort aus dem Sanskrit, das bedeutet: Ein höherer bzw. transzendenter Bewusstseinszustand, der durch geeignete GEISTIGE Disziplinen erreicht werden kann.

xi Hier ist das Werk der „Zuflucht der Stillen Heilkraft“ (Sanctuary of the Silent Healing Power) gemeint. Die Gruppe, von der Dr. Bayne im nächsten Absatz spricht, sind jene Menschen, die an jenem Abend an seiner „Hochschule der Universalen Wissenschaft“ (College of Universal Science, CUS) diesen Vortrag hören, studieren und anwenden – wie es nun auch Ihnen möglich ist.

xii In Band 2 finden Sie ein entsprechendes Schaubild bezüglich der Zirbeldrüse und der Hypophyse.

xiii Textabschnitte [in eckigen] Klammern stellen dar, was auf der Tonbandaufnahme nicht zu hören ist, jedoch im Skript steht.

xiv Es wird, kurz gesagt, stets die Formulierung „im Anfang“ statt „am Anfang“ gewählt, um zum Ausdruck zu bringen, dass all das in der Ewigkeit geschah, bzw. geschieht. Es handelt sich um eine gültige, alte Ausdrucksweise, wie sie auch in der Bibel zu finden ist, bzw. war.

xv Im Gegensatz zu den Klammern im kursiv dargestellten Text stammen die Klammern im normal dargestellten Text von Dr. Bayne.

xvi Im Juni 1952 begeht Dr. Bayne (21.6.1887 – 26.2.1955) seinen 65. Geburtstag. Er macht sich in Vorlesungen gelegentlich älter. Warum ist unbekannt. Es handelt sich hierbei vermutlich um eine Art Eitelkeit oder um eine persönliche Marotte.

xvii In vielen Vorlesungen löst Dr. Bayne die Anspannung im Publikum, indem er etwas Scherzhaftes einstreut – so auch hier. Das Publikum ist bereits beim vorherigen Absatz amüsiert und an dieser Stelle wird schließlich deutlich hörbar gelacht. In Absatz [34.09] lacht das Publikum zum Ende hin erneut, wo Dr. Bayne mit anderen Worten sagt, man solle sich von niemandem etwas „Übernatürliches“ anschwatzen lassen.

xviii Das englische Wort „spiritual“ ist durchgängig und in der Schreibweise als „GEISTIG“ in Großbuchstaben übersetzt dargestellt.

xix Die englische Formulierung lautet hier in einer Wortschöpfung, „[…] highest form of our thinking-feeling is knowing […]”

xx Eine Fußnote des neuseeländischen Herausgebers Kenrick Finlayson besagt, dass die Tonbandaufzeichnung an dieser Stelle kurz abbricht.

Murdo MacDonald-Bayne: Das Wort der Schöpfung, Band 1

Buch, Format A5, Softcover, 260 Seiten (Band 1) ISBN 978-3-943313-48-2

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Das Wort der Schöpfung, A5, Softcover, 260 Seiten (Band 1)

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Murdo MacDonald-Bayne: Das Wort der Schöpfung, Band 2

Buch, Format A5, Softcover, 260 Seiten (Band 2) ISBN 978-3-943313-49-9

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Buch, Format A5, Softcover, 260 Seiten (Band 2)

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